Platz da
Nicht, dass wir jetzt pathetisch wollen, aber manchmal ist der Kleiderschrank wie ein Spiegel unseres Lebens: chaotisch und stressig oder aufgeräumt und überschaubar. Letzteres klingt besser, oder? Wir haben uns mal am ultimativen Kleiderschrank- und Lebensordnungsgefühl versucht. Happy Ausmisten!
TEXT: KIM SÖRNSEN
Der große Spendenmarathon
In Deutschland gibt es viele Wohltätigkeitsorganisationen, die sich über saubere und intakte Kleidung, Taschen oder Schuhe freuen. Oxfam ist etwa in jeder größeren Stadt vertreten: am besten vorher anschreiben und vorbeibringen, was benötigt wird. In Frauenhäuser werden Spenden auch gerne angenommen. Eine kurze Google-Recherche spuckt hierfür die nächste Anlaufstelle aus. Die Caritas vermittelt ebenfalls gut erhaltene Kleidungsstücke oder Schuhe an Bedürftige weiter
Übrigens: Auch alte Unterwäsche kann ein neues Zuhause finden. Faustregel: Nur in den Altkleidercontainer werden oder spenden, wenn wir sie selbst noch anziehen würden. Ansonsten ab damit in den Restmüll oder ihnen als Putzlappen ein neues Leben schenken.
Eins kommt, eins geht
Es gibt Fashionprobleme, die einfach jeder hat: Der Kleiderschrank ist voll und trotzdem haben wir gefühlt nichts anzuziehen und greifen wieder mal zu den Lieblingsstücken. Um trotzdem den Überblick zu behalten, sollten wir mit jedem Neukauf eines Kleidungsstückes etwas spenden oder verkaufen, das wir selten oder nie tragen.
Faltwunder
Zusammenknüllen und reinstopfen? Nimmt viel zu viel Platz weg! Profis falten Pullis, Jeans und alles andere so, dass man die Kleidungsstücke vertikal aufstellen kann.
Umgehängt
Wann hatten wir eigentlich das Kleid das letzte Mal an? Und wie lange hängt der Blazer mit Preisschild schon im Schrank herum? Wer sich nicht sicher ist, dreht ab jetzt jedes Mal den Kleiderbügel um, wenn sie angezogen wurden. Nach ein paar Wochen kann man dann überprüfen, wie viele Bügel noch nach vorne zeigen und von welchen Teilen wir uns endgültig verabschieden können.
Investionen
Samtige, dünne Bügel verleihen dem Schrank-Innenleben nicht nur ein einheitliches Aussehen, sondern schaffen auch mehr Platz, der vorher von übergroßen Kleiderbügeln belegt wurde. Dank der samtigen Struktur rutscht die Kleidung auch nicht mehr vom Bügel, juhu!
Organisationstalent
Wenn wir Kleidungsstücke strategisch nach Kategorie und Farbe sortieren, geht das Anziehen schneller. Wirklich wahr! Es hilft uns dabei, Lücken im eigenen Modeimperium zu finden und zu erkennen: „Das fehlt mir wirklich!“. So verfallen wir auch nicht mehr so easy in einen Kaufrausch …
Aussortieren
Schritt 1
Vier Kleiderstapel unterteilen:
1. Behalten
Alle Kleidungsstücke, die regelmäßig getragen werden.
2. Verschenken/Verkaufen
Kleidungsstücke, die in gutem Zustand sind, aber nicht mehr passen oder nicht getragen werden.
3. Ausbessern
Hier ein Knopf ab, da eine Naht offen – dann kommen sie auf den Stapel zum Ausbessern.
4. Umfunktionieren
Alte Oberteile, Jeans mit Riss und Hemden mit Farbflecken können zugeschnitten und zu Reinigungstüchern verarbeitet werden.
Schritt 2
Einmal den Kleiderschrank und die Kleiderstangen mit einer Essigmischung durchwischen, so können Motten ferngehalten werden. Gut auslüften lassen, damit der Geruch verfliegt. Ein kleines Schälchen gefüllt mit Vanilleschoten sorgt für eine angenehme Frische, bevor Teile, die bleiben dürfen, wieder in den Schrank einziehen.
Schritt 3
Alle verbleibenden Stapel werden nun in entsprechende Tüten gepackt. Dieser Schritt sollte schnell gehen – nicht, dass die Versuchung zu groß ist und wir doch noch etwas behalten wollen, das uns schon lange nicht mehr passt.
Bilder: Adobe Stock