Just for fun


Raus aus der Routine, rein ins Riesenrad! Wann bist du zuletzt aus dem Alltag ausgebrochen, um einfach Spaß zu haben? 

 

TEXT: Katharina Schönherr

 Was wir von Kindern lernen können

Der Duden definiert „Spaß“ als „Freude oder Vergnügen, das man bei einem bestimmten Tun hat“. Klingt irgendwie schwammig, deshalb hat zwei Kinder und eine Erwachsene gefragt, wie sie Spaß definieren würden – so unterschiedlich fallen ihre Antworten aus:

 „Spaß ist für mich, wenn wir viel lachen können“, sagt Bo (5). „Am meisten Spaß macht mir Trampolinspringen und wenn ich ganz schnell renne oder wenn ich mit meinem Bruder und meinen Freunden im Wald durch die Sträucher laufen kann. Wir finden dann immer lustige Käfer und Insekten und beobachten die.“

„Spaß ist, wenn man fröhlich ist oder wenn jeder in der Kita mal bestimmen darf, was man spielt“
, findet Bent (5). „Ich habe Spaß beim Toben am Strand und wenn ich mit meinem Bruder in den Dünen klettern kann. Ich spiele gern mit meinen Freunden. Wenn wir alle zusammen sind, sind wir ganz wild und laut – und das macht Spaß.“ 


Die Zwillingsbrüder Bo und Bent (5) entdecken spielend die Welt – Kinder machen sich keine Gedanken, was andere über ihre Spiele denken.
Was einzig zählt, ist der Spaß!


 „Spaß ist für mich, wenn ich einfach tun kann, worauf ich in dem Moment Lust habe. Ohne (Zeit-)Druck oder irgendwelche Erwartungen“, sagt Lene (31). „Besonders viel Spaß macht es mir, wenn ich mit Freundinnen im Auto die Musik ganz laut aufdrehe und wir zusammen zur Musik mitsingen. Am besten geht das auf der Autobahn – wenn ich dabei an der Ampel von anderen Autofahrern beobachtet werden würde, fände ich das schon irgendwie peinlich …“ 

 Total kindisch? Ja bitte! 

Welche großen Lektionen wir von den ganz Kleinen lernen können: 

Lebe den Moment
Ob beim Spielen im Sandkasten oder beim Malen eines Bildes – Kinder sind ganz im Hier und Jetzt. Diese Fähigkeit verlieren wir oft im Erwachsenenalter. Versuche, den Moment zu genießen und dich nicht von Vergangenem oder Zukünftigem ablenken zu lassen. An beidem können wir gerade jetzt eh nichts ändern.

Werde kreativ
Kinder bauen Burgen aus Kissen und Flugzeuge aus Papier. Ihr Erfindungsreichtum ist unbegrenzt. Warum also nicht selbst die Routine durchbrechen und die Dinge mal anders angehen? Die beste Idee entsteht oft, wenn wir außerhalb der Norm denken. 

Lass Emotionen zu
Kinder lachen, wenn sie glücklich sind, und weinen, wenn sie traurig sind. Sie zeigen offen, was sie fühlen , während Erwachsene dazu neigen, ihre Emotionen zu filtern. Ein ehrlicher Umgang mit unseren Gefühlen kann aber tiefere Verbindungen und Selbstakzeptanz fördern. 

Reduziere den Druck 
Kinder lernen oft spielend, sei es eine Sprachen beim Singen oder Physik anhand eines Spielzeugautos. Dieser spielerische Zugang nimmt den Druck. Gib dir selbst die Erlaubnis, mit Leichtigkeit Neues zu entdecken, statt dich nur auf das Ergebnis zu fokussieren. 


Sei offen
Kinder schließen schnell und ohne Vorbehalte Freundschaften. Sie wählen ihre Freunde nicht nach Status oder Vorteil. Von dieser Offenheit können wir uns gern eine Scheibe abschneiden, kann sie doch zu unerwartet bereichernden Beziehungen führen. 

SCHRITT 1: 

Tu nichts nur, um einen Nutzen daraus zu ziehen Oft neigen wir dazu, unsere Hobbys danach auszuwählen, ob sie einen tieferen Zweck erfüllen: Wir probieren, ob in uns eine kleine Künstlerin steckt – schließlich könnten die Werke unsere Wohnung (und unseren Instagram-Account) schmücken. Wir melden uns im Gym an, um unseren Körper zu optimieren. Oder wir lernen zu stricken, um etwas auf Etsy dazuzuverdienen. Warum fällt es uns oft zu schwer, Zeit in etwas zu investieren, das wir einzig und allein für uns selbst tun? Ein Hobby muss weder Geld noch Aufmerksamkeit noch sonst etwas einbringen, sondern einfach nur Spaß machen! 

SCHRITT 2:


Du musst nicht in allem perfekt sein Die Wahrheit ist doch: Egal welches Hobby wir ausüben, es wird immer jemanden geben, der oder die besser darin ist. Vor allem, wenn wir ganz neu mit etwas beginnen, ist dieser Gedanke ziemlich ernüchternd und abschreckend. Lohnt es sich überhaupt, damit anzufangen, wenn wir maximal mittelmäßig performen? Die ganz klare Antwort: Auf jeden Fall! Aber wir sollten nicht mit zu hohen Erwartungen oder zu verbissen an ein Hobby herangehen, um nicht den Spaß daran zu verlieren. Egal ob wir beim Blockflötespielen nur jeden dritten Ton treffen oder uns beim Malen gern mal der Pinsel ausrutscht. Genau das macht uns einzigartig! 

SCHRITT 3: 

Probiere aus, was sich für dich richtig anfühlt Vielleicht ist eine dieser 12 Hobby-Ideen genau das Richtige für dich? 

Urban Gardening

In einem Chor singen 

Zaubertricks 

Latteart lernen 

Analog fotografieren 

Vögel beobachten 

Bier brauen 

Einem Buchclub beitreten 

Handlettering 

Kerzen ziehen 

Tarotkarten legen 

Sauerteigbrot selbst machen 

 Einen kleinen Glimmer gefällig? 

Was klingt wie ein Euphemismus für den Schwips nach zwei Gläsern Aperol, ist der inoffizielle Gegenspieler von Triggern. „Glimmer“ sind kleine flüchtige Momente im Alltag, die unser Herz kurz hüpfen lassen und uns einfach glücklich machen: Der Duft von frisch gemähtem Gras, das uns an die unbeschwerten Sommertage unserer Kindheit erinnert, der Sonnenstrahl, der uns morgens im Bett den großen Zeh kitzelt, oder ein unerwartetes Kompliment von einer Kollegin. Kurz gesagt: Kleinigkeiten, die unseren Alltag für einen Moment mit einem Funkeln überziehen – für mehr Spaß zwischendurch. 

Bilder: Unsplash